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Geschichte der Stadt Zwittau und ihrer Umgebung

Mährisch Trübau

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Schönhengster Heimatbund e.V.




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Zottkittl
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Newaction

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Beitrag Zottkittl. Verfasst am: 30.09.2015, 15:14    
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Hallo liebe Schönhengster -

ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit der ehem. Sprachgrenze zwischen
Deutschen und Tschechen im gesamten Ostsudetenland + habe inzwischen fast alle Ortschaften analysiert.

Fehlen tut mir jedoch auch noch das Dörfchen Zottkittl, was im LK Hohenstadt liegt. Hier habe ich bisher auch im Internet keine Zuordnung der sprachlichen Mehrheitsverhältnisse gefunden.

Wer kann helfen?

Schön wären Angaben von 1910, da zu diesem Zeitpunkt noch keine Tschechen vermehrt in die überwiegend deutsch besiedelten Gebiete eingesickert sind.
Angaben von 1930 machen es aber natürlich auch.

Und wo gibt es analog zu den Gemeindeverzeichnissen von Preußen ähnliche Unterlagen für die ehem. sudetendeutschen Gebiete?

Beste Dank für Eure Hilfe

Gruß aus Berlin

Herbert Poy
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Sturma

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Beitrag Aw.: Zottkittl. Verfasst am: 01.10.2015, 12:03    
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Guten Tag Herbert,

Wolny bemerkt in seiner Beschreibung der Markgrafschaft Mähren, Band V. Olmützer Kreis (1839), ausdrücklich, dass auf der Hohenstädter Herrschaft in einigen Dörfern mährisch gesprochen wird und nennt darunter auch Zottkittl. Es gibt natürlich auch Statistiken, aber da müsste ich mal genauer nachschauen.
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Herzliche Grüße

Jürgen (Sturma)

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Sturma

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Beitrag Aw.: Zottkittl. Verfasst am: 01.10.2015, 12:07    
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Guten Tag noch einmal,

es gibt ein statistisches Werk:
J. Bartoš - J. Schulz - M. Trapl, Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1948-1960 (okresyŠumperk, Zábřeh, Rýmařov), IV. sv., Ostrava 1974.

Ich denke ich habe Auszüge davon, muss aber mal genau nachschauen. Auf jeden Fall bekommt man das Buch über die Fernleihe.
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Herzliche Grüße

Jürgen (Sturma)

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Beitrag Aw.: Zottkittl. Verfasst am: 01.10.2015, 13:45    
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Hallo Jürgen -

besten Dank für die Antwort. Hab mir auch inzwischen den Pfohl "Ortslexikon Sudetenland" bestellt. Das ist sicherlich eine Goldgrube hinsichtlich der Zuordnung der einzelnen Gemeinden zum jeweiligen Sprachgebiet, besonders in den Sprachgrenzbereichen und nicht nur im Ostsudetenland! Laß mich überraschen.

Ja und er Hinweis für Zottkittl ("mährisch") enttäuscht mich etwas - werde mal versuchen, weitere Hinweise mit Angaben zur Sprache in diesem Örtchen irgendwie zusammen zu kriegen.

Zottkittl liegt nämlich als einzige Ortschaft in dem schmalen Gebietsstreifen, der westlich und südöstlich von rein tschechisch (mährisch) sprechenden Dörfern umgeben war und hatte somit eine Schlüsselposition hinsichtlich der Durchbindung des Schönhengstgaus mit dem nördlichen Teil des Ostsudetenlandes.
Schildberg - Nachbardorf in nö. Richtung - war ja wohl wieder deutschsprechend.

Sollte nämlich in Z. definitiv mehrheitlich nicht deutsch gesprochen worden sein, dann wäre der Schönhengstgau wirklich eine Exklave gewesen, denn südöstlich Müglitz gab ja auch einem schmalen Streifen mit dem Dorf Steinmetz, wo überwiegend mährisch gesprochen wurde. Mährisch Aussee ist ja dann wieder deutschsprachig gewesen...

Viele Grüße


Herbert P.
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Sturma

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Beitrag Aw.: Zottkittl. Verfasst am: 01.10.2015, 14:13    
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Guten Tag Herbert,

es stimmt, der Schönhengstgau war eine Sprachinsel, an einigen Stellen nur durch eine Dorfesbreite vom angrenzenden deutschen Sprachgebiet getrennt. Nach meinem Kenntnisstand hatte Zottkittl eine tschechische Mehrheit und daher überrascht mich auch die Feststellung von Wolny nicht.
Man muss wohl davon ausgehen, dass sich die Sprachgrenzen in der Geschichte auch öfter verschoben haben, wenn man die Veröffentlichung von Irmfried Benesch über die Schönhengster Mundarten gründlich liest.
Zudem wurde der Sprachinsel in der Vergangenheit vermutlich nicht so viel Bedeutung beigemessen. Während heute der Schönhengstgau als deutsche Sprachinsel bis 1946 bezeichnet wird, so bestand der Schönhengst, oder das Gebiet, das von den Schönhengstern besiedelt wurde, nach Jurende (1813) aus einer deutschen Mehrheit und einer tschechischen Minderheit. Bei seiner Betrachtung standen also eindeutig die Landschaft und ihre Bewohner im Vordergrund und nicht die sprachliche Zugehörigkeit. Ein sehr interessanter Aspekt, wie mir scheint.
Besonders im östlichen Schönhengst gibt es Siedlungen, bei denen kein Zweifel besteht, dass es von Deutschen im 13. Jahrhundert übersiedelte alte slavische Siedlungen sind, in denen die neue und die alte Bevölkerung verschmolzen ist.

Ich schaue aber auf jeden Fall noch mal nach den Statistiken. Das dürfte dann Klarheit bringen.

Eine Aufstellung der Gemeinden der Sprachinsel wurde hier bereits diskutiert:

'Ein "Verzeichnis der Gemeinden des Schönhengstgaues
mit Fläche und Einwohnerzahl nach der Volkszählung vom 17. Mai 1939,"
sowie der Angabe des jeweiligen, prozentualen tschechischen Bevölkerungsanteils bezogen auf die Volkszählung von 1930
befindet sich z.B. auf den Seiten 51 - 54 des Photobandes "Der Schönhengstgau - Bild einer deutschen Sprachinsel",
herausgegeben vom Schönhengster Heimatbund e.V., Stuttgart 1962.'

Ich kann heute Abend mal in das Buch hineinschauen.
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Herzliche Grüße

Jürgen (Sturma)

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Beitrag Aw.: Zottkittl. Verfasst am: 01.10.2015, 16:39    
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Hallo Jürgen -

wäre nett - wenn es Deine Zeit erlaubt - in dieses Buch mal hinein zu schauen + mir nochmals kurz zu schreiben.

Ich habe es mir selbst eben bei ebay bestellt + kann dann auch nochmals in Ruhe nachsehen. Na ja, die Neugier treibt mich an...

Familiär habe ich keine Beziehung zum Sudetenland, lediglich eine meiner besten Freundinnen stammt mütterlicherseits aus Sternberg, wo ich inzwischen 2x war...
Die Anfahrt ging von B aus jedesmal über Zittau, Königgrätz, Mähr. Trübau, Müglitz und Mähr. Neustadt, so dass ich schon einen kleinen Einblick in die liebliche Schönhengstgauer Landschaft erhalten habe.
Werd das nächste Mal Zwittau + Hohenstadt anpeilen.

Beste Grüße

Herbert P.
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Sturma

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Beitrag Aw.: Zottkittl. Verfasst am: 01.10.2015, 21:27    
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Guten Abend Herbert,

nach dem von mir zitierten Buch 'J. Bartoš - J. Schulz - M. Trapl, Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1948-1960 (okresy Šumperk, Zábřeh, Rýmařov), IV. sv., Ostrava 1974.' wird Cotkytle (Zottkittl) unter dem Kreis Schildberg (Šilperk) geführt; s. Seite 234:
1854 ein tschechisches Dorf mit 1536 Einwohnern
1869 221 Häuser, 1651 Einwohner
1880 229 Häuser, 1573 Ew, 1536 tsch. 37 dtsch
1900 234 Häuser, 1383 Ew, 1277 tsch. 106 dtsch
1910 263 Häüser, 1314 Ew, 1264 tsch, 49 dtsch
1921 254 Häuser, 1201 Ew, 1166 tsch, 29 dtsch
1930 254 Häuser, 1141 Ew, 1133 tsch, 7 dtsch
1950 235 Häuser, 622 Ew

Damit dürfte Deine Frage hinlänglich beantwortet sein, oder?

Lass mich wissen, wenn Du noch etwas brauchst, ich schaue gerne noch mal nach.
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Herzliche Grüße

Jürgen (Sturma)

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Beitrag Aw.: Zottkittl. Verfasst am: 02.10.2015, 10:39    
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Hallo Jürgen -

nochmals herzlichen Dank für die umfangreichen Zahlen. Somit ist klar, dass es sich bei Z. um ein fast ausschließlich mährisch sprechendes Dorf gehandelt hat. Hatte ja gehofft auf ehem. mehrheitlich deutschsprachig.
Aber was ist das ist (oder war... Ausrufezeichen)

Sollte ich noch später Unklarheiten haben - auch ggf. zu anderen Orten - , würd ich mich gerne noch einmal melden. Jetzt warte ich erstmal auf die Bücher.

Schöne Herbsttage wünsche ich

Herbert P.
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