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Geschichte der Stadt Zwittau und ihrer Umgebung

Mährisch Trübau

Kreis Landskron

Schönhengster Heimatbund e.V.




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Unsere Reise nach Böhmen und Mähren
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Felkl

Foren-Profi

Beiträge: 192
Anmeldedatum: 02.06.2010
Wohnort: Nordschwaben
Beitrag Unsere Reise nach Böhmen und Mähren. Verfasst am: 04.11.2012, 00:23    
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Liebe Schönhengster,

Vor meiner Reise in die Heimat meiner Vorfahren haben mir die Reiseberichte im Forum sehr geholfen, mich etwas einzustimmen und hilfreiche Informationen zu bekommen.
Darum möchte ich ebenfalls ein paar Eindrücke von meiner Reise schildern, die ich vom 22-28. Juli gemeinsam mit 2 Freunden unternahm.

Die Großmutter meines guten Freundes Andreas stammte aus Urspitz, einem Dorf in Südmähren, ca. 25 km südlich von Brünn und da mein Opa aus Rothmühl stammte und die beiden Orte Rothmühl und Urspitz nur ca.95km trennen, fassten wir bald den Entschluss, nach unserem Abitur
die beiden Gegenden zu besuchen. Deshalb beschlossen wir, über Prag in den Schönhengstgau zu fahren und von dort weiter nach Südmähren. Ein Tag in Wien rundete unsere Rundtour ab, die wir mit dem Zug und im Nahverkehr mit dem Bus bestritten.

Sonntag: Prag

Am Sonntag den 22.07. begann unsere lang ersehnte Reise am Bahnhof in Donauwörth,wo wir reichlich bepackt gegen 4 Uhr früh Richtung Nürnberg starteten. Von dort ging es denn mit einem ALX-Zug
in die Haupstadt Tschechiens, die wir gegen 11 Uhr erreichten. Die Fahrt war mit 17 Euro p.p. sehr preisgünstig. Vom Bahnhof "Praha Smichov" machten wir uns auf zum Hotel "Red and blue Prague".
Das Hotel ist nur ca. 10 Minuten von der Innenstadt entfernt und sehr modern und hübsch eingerichtet. Unser Dreibettzimmer ließ keine Wünsche offen, und verhältnismäßig günstig.
Vom Hotel aus besichtigten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten rund um den Altstädter Ring und die Karlsbrücke.Ein Abstecher ins Jüdische Viertel auf den Spuren Franz Kafkas war sehr lohnenswert. Den
Jüdischen Friedhof haben wir uns gespart,denn 8,50 Euro erschienen uns unverhältnismäßig teuer.


Montag: Zwittau-Mährisch Trübau-Ketzelsdorf

Am Montag ging es vormittags bei strahlendem Sonnenschein (der uns die allermeiste Zeit auf unserer Reise begleitete) 185km in Richtung Zwittau. Dort bezogen wir unser Zimmer im Hotel"Garni Svitavy".
Das Hotel ist etwa 10 Minuten vom Marktplatz entfernt gelegen und ebenfalls sehr modern eingerichtet. Zwar kann das Personal kaum deutsch, aber wir haben uns wirklich wohlgefühlt und angenehm genächtigt. Außerdem war unser Aufenthalt sehr Preiswert.
(nur ca. 17,50 Euro pro Person und Nacht inkl.Frühstück)
Von dort brachen wir am frühen Nachmittag mit dem Bus nach Mährisch Trübau auf. Der Bus fährt an der Schönhengstkapelle vorbei über Porstendorf nach Trübau. Die Stadt hat uns insgesamt gut gefallen, besonders der Marktplatz mit seiner Pestsäule ist sehenswert.
Aber viel los war nicht in Mährisch Trübau an so einem Montag Nachmittag.
Die Kirche war leider, wie so oft in Tschechien, geschlossen. In einem kleinen Kaffee ließen wir uns noch süße Trubicky schmecken.
Auf der Rückfahrt stiegen wir dann in Ketzelsdorf am ehemaligen Kloster aus, da eine entfernte Vorfahrin von mir, Agnes Mühlich, aus diesem Ort stammte.
Am Kloster, heute ein "Fatima"-Erholungs-Ferienort, kamen wir mit einer netten deutschsprachigen Tschechin ins Gespräch, die sich um den Garten kümmerte. Ihre Mutter war eine geborene Portala aus Abtsdorf,
die Familie durfte aber nach 45 teilweise in der Heimat verbleiben.
Dann stießen wir auf die Hana, eine ebenfalls gutes deutsch sprechende Tschechin, die im Kloster arbeitet. Herr Haberhauer hatte mir bereits im Vorraus den Tipp gegeben, mich an diese Frau zu wenden, noch einmal vielen Dank dafür!
Wir wurden an diesem Ort sehr herzlich aufgenommen, was uns sehr gefreut hat. Die ruhige, angenehme Atmosphäre an diesem Ort war
ansteckend. Hana gab einer jungen Urlauberin den Schlüssel für die Kirche der heiligen Philomena und gemeinsam mit der jungen Tschechin, mit der wir uns gut auf Englisch unterhalten konnten, besichtigten wir
die schöne Kirche und den Friedhof, wo wir noch auf viele deutsche Gräber stießen. Besonders der Name "Bier" ist noch sehr häufig vertreten. Beseelt durch die schönen Gespräche und Begegnungen an diesem friedlichen Ort verließen wir in der warmen Abendsonne den Ort zu Fuß in Richtung Zwittau, da leider kein Bus mehr fuhr (wider unserem Erwarten). Aber so konnten wir noch die herrliche Gegend zwischen Ketzelsdorf und
Zwittau in vollen Zügen genießen.
In Zwittau besuchten wir dann mit hungrigem Magen die Pizzeria No.10,
das Essen war in Ordnung.


Dienstag: Rothmühl

Voller Spannung auf den Tag ging es Dienstag-Morgen bei strahlend blauem Himmel mit dem Bus nach Rothmühl.
Der Bus fuhr über Vierzighuben und Greifendorf in den Unterort, am Rathaus (ehemals Dr.Strik) verließen wir schließlich den Bus und marschierten "naufzu" Richtung Kirche.
Halt machten wir am ehemaligen Erbgericht und der Albertnmühl, sowie ein paar anderen Häusern, aus der meine Ahnen stammten. Die Kirche war Vormittags leider verschlossen, darum besichtigten wir erst einmal den Friedhof und begaben uns auf den weiten Weg in den Oberort, denn mein Opa stammte aus dem Häusleranwesen Hannig, BR 212 im oberen Oberort ,in der nähe des rollenden Brunnens. Viele Häuser, die ich mir vorher auf einem Plan markiert hatte, da meine Vorfahren oder entfernte Verwandte dort wohnten, fanden wir auf Anhieb, andere Häuser konnten
wir leider nicht erspähen. Doch ein zweiter Besuch kommt bestimmt Zuzwinkern

Das Haus meines Großvaters wurde sehr bald nach der Vertreibung abgerissen, doch das Nachbarhaus BR 213,
in dem meine Großtante mit ihrer Familie lebte, steht noch. Sofort erkannten wir das kleine Haus, das in einer kleinen Senke links von der Hauptstraße steht. Seit dem letzten Besuch meiner Verwandten in den
90er Jahren, hat sich unheimlich viel an dem Haus verändert.Der neue Besitzer, den wir im Garten antrafen,
hat sehr viel renoviert,und zeigte uns Stolz sein kleines Anwesen. Wir durften auch das Haus von innen besichtigen, was mich sehr freute.
Der Jurabrunn, der sich neben der Hausnummer 213 befindet, wurde mit einem kleinen Mühlrad versehen.
Eine ältere Frau gab uns dann den Schlüssel zur Oberortkapelle,wir durften sogar die Kapellenglocke erklingen lassen.
Glücklich über die schönen Begegnungen im Oberort machten wir uns
wieder auf den Weg ins "Tal", denn wir wir waren voller Hoffnung, die Kirche St.Anna auch noch geöffnet anzutreffen.
Und tatsächlich - als wir dort ankamen wurde die Kirche gerade geputzt und war uns deshalb frei zugänglich. Die Kirche war mit ihren reichen Verzierungen, (der Hauptaltar wurde vom Großonkel meiner Uroma gestiftet), eine der schönsten, die wir auf unserer Reise besichtigen konnten. Müde und zufrieden verließen wir am späten Nachmittag
unser liebes Rölml.


Mittwoch: Brünn-Nikolsburg


Am Mittwoch machten wir uns mit Zug auf den Weg nach Südmähren,der Ahnenheimat meines Freundes Andreas. Der Himmel hatte sich leider eingetrübt,sodass wir gegen Mittag das regnerische Brünn erreichten.

Nach dem Beziehen unseres Zimmers im Hotel "Cyro",mit dem wir ebenfalls sehr zufrieden waren, machte ich mich mit Andreas
auf den Weg zum Bahnhof. Von dort ging es nach Nikolsburg, in die Nähe der österreichischen Grenze.
Nikolsburg liegt ein einem Hang in mitten üppiger Weinberge und so hat man von der Stadt aus einen schönen Blick auf die hügelige Landschaft Südmährens. Die Innenstadt ist sehr schön renoviert und auch die Sonne ließ sich am Nachmittag wieder blicken.
Als wir am Abend wieder nach Brünn zurückkehrten,machten wir auch dort noch einen kleinen Stadtrundgang und genossen das großstädtische Flair dieser pulsierenden Hauptschlagader Südmährens.
Wer in das böhmisch-mährische Grenzgebiet reist, der sollte sich Brünn nicht entgehen lassen. Die Stadt überzeugt vor allem durch ihre
schönen,lebhaften Straßen und Plätze.


Donnerstag: Urspitz und Umgebung


Am Donnerstag fuhren wir mit dem Bus nach Pohrlitz. Ein verwandtes Ehepaar von Andi hatte uns bei einem älteren Urspitzer, Herrn Zoufaly angekündigt, der uns bereits am Busbahnhof Pohrlitz erwartete.
Da seine Mutter eine deutsche war, spricht dieser nette Mann gutes Deutsch und wir hatten mit Herrn Zoufaly einen hervorragenden Reiseführer und Dolmetscher für unseren Urspitztag.So fuhren wir mit Herrn Zoufaly nach Urspitz, wo dessen Frau Hela uns bereits Hühnersuppe und Gulasch gekocht hatte, was wir uns schmecken ließen. Denn
bisher hatte uns Tschechien noch keine kulinarischen Hochgenüsse beschert.
Anschließend begaben wir uns auf einen ausgiebigen Spaziergang in dem schönen Ort, besichtigten u.a. den Iglava-Staudamm, den Friedhof, die Kirche und das Anwesen, aus dem Andis Großmutter stammte. Am späten Nachmittag fuhr uns Herr Zoufaly noch auf die Dörfer der nahen Umgebung, wodurch wir einen sehr schönen Überblick über die ganze Gegend bekamen. Voller innerlicher Zufriedenheit verließen wir abends wieder Urspitz in Richtung Brünn, denn die herzliche Gastfreundlichkeit des Ehepaars Zoufaly bescherte uns ein paar der schönsten Stunden
auf unserer Reise.

Freitag: Wien

Schweren Herzens verließen wir Freitag-Früh das schöne Mähren, welches wir dank des guten Wetters von seiner schönsten Seite kennengelernt hatten.
Mit dem Zug ging es ins 120 km entfernte Wien. Das dort gebuchte Hotel genügte zwar unseren Ansprüchen, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in Wien natürlich ein völlig anderes, als wir es von Tschechien
bis dahin gewohnt gewesen waren. Der halbe Tag, der uns in Wien noch blieb, reichte natürlich bei weitem nicht aus, die Stadt gut kennenzulernen, aber er genügte, ein paar schöne Ecken dieser
Stadt kennenzulernen. Die Innenstadt mit dem Stephansdom, das "Belvedere" und die Maria-Hilfer-Straße waren Stationen unserer Rundtour. Köstliche Marillenknödel stärkten uns für die bevorstehende Heimreise am Samstag.




Die Reise in die Heimat unserer Vorfahren hat uns insgesamt sehr gut gefallen. Neben den vielen schönen Städten und Sehenswürdigkeiten
waren besonders die Begegnungen mit der Bevölkerung eine wertvolle Erfahrung für uns.
Wir werden uns immer gerne an diese Reise erinnern, die sicher nicht die letzte dieser Art war.

Die Reise mit Bus und Bahn auf uns zu nehmen,war ebenso eine gute Entscheidung. Der Nahverkehr ist sehr gut ausgebaut
und die Fahrtkosten betragen vielleicht ein Viertel oder ein Drittel vergleichbarer Strecken in Deutschland.
Die Hotels "Garni Svitavy" und "Cyro Brno" sind nach unserer Erfahrung guten Gewissens weiterzuempfehlen.
_________________
Mein Großvater kam aus Rothmühl, suche die Namen Felkl,Liebig,Drescher,Haupt,Schuppler,Vetter,Haberhauer,Jandl und viele weitere.
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Petra

Foren-Nutzer

Beiträge: 91
Anmeldedatum: 27.06.2008
Wohnort: Donauwörth
Beitrag Aw.: Unsere Reise nach Böhmen und Mähren. Verfasst am: 04.11.2012, 13:15    
  Antworten mit Zitat      
Lieber Mario

Es ist schön das du deinen Reisebericht hier ins Forum gestellt hast.

Die Oberortkapelle konnten wir noch nicht besichtigen... wir wissen aber jetzt wo es den Schlüssel dazu gibt.
Die Begeisterung für dieses Land greift auch auf die jungen Menschen über, das gefällt mir sehr.
Wunderbar das ihr in die Kirche gekommen seid! Wer da nicht drinnen war der war auch nicht richtig in Rothmühl! Großes Lächeln

Viele Grüße sendet Petra
_________________
Ahnenforschung in Laubendorf, Rothmühl , Stangendorf und Makov / Leitomischl.
Siehe Ahnenbaum unter:
http://www.zwittau.de/orte/rothmuehl/rothmuehl.htm
Seit 19.Oktober 2013 verheiratet mit Hans Neudert aus Laubendorf Hausnummer 117.
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Patshe

Foren-Neuling

Beiträge: 1
Anmeldedatum: 23.03.2019
Beitrag Aw.: Unsere Reise nach Böhmen und Mähren. Verfasst am: 23.03.2019, 17:39    
  Antworten mit Zitat      
Hallo!

Lebt Herr Zoufaly noch. Ich würde ihn gerne kontaktieren.
Eine Großtante lebte mit ihrem mann in Urspitz.

mit besten Grüßen
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