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Geschichte der Stadt Zwittau und ihrer Umgebung

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Aussiedlung aus Zwittau
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Karlheinz

Foren-Neuling

Beiträge: 4
Anmeldedatum: 04.01.2021
Wohnort: Untergruppenbach
Beitrag Aussiedlung aus Zwittau. Verfasst am: 05.01.2021, 20:32    
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Meine Großeltern und meine Mutter wurden höchstwahrscheinlich mit dem Transport am 6. oder 13. Juni 1946 nach Augsburg ausgesiedelt und landeten über das Lager Sonthofen in Ofterschwang im Allgäu.

Etwas widersprüchliche Informationen habe ich zu zwei Punkten:

1. Erfolgte der Transport in "normalen" Zügen oder in Güter- bzw. Viehwaggons, wie dies für den 1. Transport am 12.10.45 beschrieben ist? Ich erinnere mich an Erzählungen, dass die Fahrt über Prag und Furth i.W. nach Augsburg ging. Wie lange waren die Züge angesichts der beschädigten Infrastruktur und der wohl nicht gegebenen Priorität da unterwegs?

2. Wieviel durften die Menschen mitnehmen? In vielen Berichten lese ich von 50kg pro Person, meine Mutter sprach nach meiner Erinnerung von 30kg. Die Kiste, auf der "3 osob" stand, kenne ich noch. In die gingen an Kleidern etc. weder 90 noch gar 150kg rein!

Wer weiß dazu Näheres?
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Thota

Moderator

Beiträge: 783
Anmeldedatum: 13.06.2007
Wohnort: Mannheim
Beitrag Aw.: Aussiedlung aus Zwittau. Verfasst am: 06.01.2021, 22:10    
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Hallo Karlheinz,

man muss da glaube ich zwischen der "wilden Vetreibung" gleich nach Kriegsende und der Verteibung nach der Potsdamer Konferenz unterscheiden.

Ich habe in einem Buch den Aufruf der tschechischen Behörden zur Aussiedlung gelesen und da stand 50 kg Gepäck als Gewichtsangabe pro Person. Soviel durfte man mitnehmen wenn man es konnte.
Meine väterliche Familie bestand aus einer 80jährigen Oma ihrer 47jährigen Tochter und deren beiden Kinder 16 und 7 Jahre alt. Das ist es ja klar dass sie keine 200 Kilo mitführen konnten. Sie hatten eine gewöbte Holztruhe die ich heute noh in unserem Keller habe und da passten sicher keine 200 Kg rein.

Der Transport meiner Familie im August 1946 von Zwittau bestand aus 40 Waggons mit je 30 Personen, also 1200 Menschen. Viele der 37 Transporte aus Zwittau hatten diese Anzahl.

Meine mütterliche Familie kam im April mit einem Transport aus Melk nach Sinsheim und dort waren es nur 800 Personen.

Beide Male waren es geschlossene Güterwaggons.
_________________
Mit bestem Gruß
Thomas Tast
Mannheim
Ortsberichtserstatter Greifendorf

Zuletzt bearbeitet von Thota am 07.01.2021, 16:48, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Thota

Moderator

Beiträge: 783
Anmeldedatum: 13.06.2007
Wohnort: Mannheim
Beitrag Aw.: Aussiedlung aus Zwittau. Verfasst am: 06.01.2021, 23:49    
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Hallo nochmal,

laut einer Transportlist unter :

https://sudetendeutsche-familienforscher.de/wp-content/uploads/2016/02/Verzeichnis_Vertreibungstransporte_1946_V9.pdf
bestand der Transport vom 13.06.1946 von Zwittau nach Augsburg 1221 Personen.
_________________
Mit bestem Gruß
Thomas Tast
Mannheim
Ortsberichtserstatter Greifendorf
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Rita

Foren-Profi

Beiträge: 236
Anmeldedatum: 04.12.2007
Wohnort: Allgäu
Beitrag Aw.: Aussiedlung aus Zwittau. Verfasst am: 07.01.2021, 15:05    
  Antworten mit Zitat      
Hallo Karlheinz !
Es ist richtig, dass in der Transportliste der sudetendeutschen Familienforscher 1221 Personen steht. Mein Mann ist auch in diesem Transport gewesen. Seine Familie mit zehn Personen befand sich im Waggon Nr. 28. Es waren meist 30 Leute in einem der 40 Waggons. Bei jedem Transport befanden sich bei den Namenslsten auch sogenannte Gesundheitsbescheinigungen. Auf der Beschgg. steht: Im Tansport befinden sich 1205 Menschen laut beigefügten Namensverzeichnis. Alle wurden ärztlich untersucht und es wurden bei ihnen keine Merkmale und kein Verdacht an Infektionen epidemischen Charakters festgestellt. Sie sind transportfähig. Alle wurden entlaust und die letzte Einstäubung mit D.D.T.-Pulver vorgenommen. Es folgen drei Unterschriften.
Unterschrieben haben auf den Namenslisten auch die "Familienköpfe", dass sie pro Person 500 RM erhalten hätten, ob - weiß ich nicht. Auf den Namenslisten stehen weiter Zu- und Vorname, Lebensalter und Herkunftsort (Mor. Radimer, Vendoli oder Svitavy z.B.) Die Personen aus dem Waggon Nr. 28 wurden von Augsburg ins Lager Unterthingau (Ldkrs. Marktoberdorf) weitergeleitet und von dort zu den jeweiligen Unterkünften transportiert.
Die Ankunft bei der Unterkünft war meist der 13. Juni, einen Tag vor Fronleichnam. Mein Mann kam mit seiner Familie nach Wolfholz, Gemeinde Huttenwang im Landkreis Marktoberdorf. Die mitgebrachten Kleider und andere Utensilien befanden sich meist in Kleidersäcken aus Leinen mit dem Namen darauf, und Kisten. Was uns überrascht ist, dass meine Schwiegereltern ihre Pfaff-Nähmaschine mit Eisengestell mitnehmen konnten. Alles wahrscheinlich innerhalb der 10 x 50 Kg-Grenze. Ein großer Leinensack befindet sich bei mir. Die Nähmaschine bei einem anderen Familienmitglied.
LG Rita und ihr Mann !
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Rita

Foren-Profi

Beiträge: 236
Anmeldedatum: 04.12.2007
Wohnort: Allgäu
Beitrag Aw.: Aussiedlung aus Zwittau. Verfasst am: 07.01.2021, 16:54    
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Hallo Karlheinz. nochmal !
Es ist mir ein Fehler unterlaufen. Am 13.06.1946 sind die Leute aus diesem Transport nicht in ihren Unterkünften angekommen, sondern war Grenzübertritt und Aufenthalt in Furth im Wald. Von Zwittau fuhr der Transport wohl am Pfingstsonntag, den 09.06. weg. Aus Rothmühl wurden die Personen meist am Pfingstsamstag ausgesiedelt.
Der Transport ab Zwittau fand in Güterwaggons statt, die hatten oben ein Dach. Eine Schiebetüre war seitwärts angebracht. In solchen Waggons wurden wohl sonst Güter wie Pakete oder ähnliches transportiert, keine Viehwaggons. Welcher Zug von Augsburg, nach dem Aufenthalt dort in einer Halle mit viel Platz, benutzt wurde, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Ich glaube, dass der Zug von Augsburg Richtung Kaufbeuren, Günzach und Kempten fuhr und die Familie meines Mannes und die anderen aus diesem Waggon Nr. 28 in Günzach aussteigen ließen. Die Ankunft in den Unterkünften war dann wohl am 20.06. 1946.
LG Rita !
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