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Geschichte der Stadt Zwittau und ihrer Umgebung

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Schönhengster Kopfputz bei Frauen
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Thomas

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Wohnort: Eßlingen am Neckar
Beitrag Trachtenberaterinnen und -berater für den Schönhengstgau. Verfasst am: 16.06.2007, 16:32    
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Hallo Gisela und Jürgen,

Sturma hat Folgendes geschrieben:
... Meiner Meinung nach sind die Schönhengster Trachten viel zu schlecht erforscht ...
Selbst die offiziellen Stellen des Schönhengster Heimatbundes schweigen sich da aus.
Ich frage mich nur, wo die Trachtengruppen ihre Kleidung herbekommen ...


Da gibt es eine Menge Infos:

Auf der Seite: Heimatpflegerin der Sudetendeutschen
wird die Oberländer Schönhengster Frauentracht von Hannelore Preisenhammer beschrieben,
und ich fand noch folgende Informationen:

Trachtenberaterinnen und -berater für den Schönhengstgau:
Traudl Hartenberg,
Willy und Marianne Heinz,
Hannelore Preisenhammer.

Es wird noch angeführt: Adressen und Telefonnummern der Trachtenberaterinnen und Trachtenberater
können in der Sudetendeutschen Heimatpflege erfragt werden!
Tel.: 089/48000365
e-Mail: heimatpflege {at} sudeten.de

Hattet ihr mit diesen Personen diesbezüglich schon einmal Kontakt?Marianne Heinz ist ja leider schon dieses Jahr verstorben.

Dann fand ich in der Landeszeitung noch folgende vielleicht interessant Information:

„Frau Dr. Ludvíková, die am Mährischen Museum in Brünn arbeitete und forschte und einige Bücher über Trachten veröffentlichte, erzählte über mährische Trachten und erklärte uns fachgerecht die Schönhengster Tracht mit ihren Besonderheiten.“

Irene Kunc im Holzmaister Museum in Mährisch Trübau vom Deutsch-Tschechischen Begegnungszentrum, die in diesem Artikel auch erwähnt wird, könnte bei der Adressenvermittlung auch bestimmt weiterhelfen. Die haben dort selbst schöne Trachten ausgestellt und auch eine eigene Trachtengruppe.

In Aurach,
Eislingen (Lotschnauer Heimatstube),
Göppingen (Schönhengster Archiv) und
Pfaffenroth (Greifendorfer Heimatstube)
sind diese Trachten bspw. natürlich ebenfalls zu sehen.

Dann hat mir Dietmar die Adressen von zwei Frauen mitgeteilt, die gerade jeweils eine Frauentracht
für die Schönhengster Sing- und Spielschar nähen und von einem bekannten Schneider
in Österreich, der erst vor 2 Jahren eine Männertracht genäht hat.

Gruß
Thomas

Zuletzt bearbeitet von Thomas am 18.06.2007, 19:05, insgesamt einmal bearbeitet
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Giselap

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Beiträge: 452
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Beitrag . Verfasst am: 20.06.2007, 03:59    
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Hallo Thomas,

meiner unmaßgeblichen Meinung nach zeigt das Bild der einzelnen Dame sowohl eine Art Knipfe als auch den sog. Weiber-Fuchspelz.

Die beiden Damen nebeneinander tragen einmal die Oberländer Tracht (links) und die Unterländer Tracht (rechts), wobei bei der Unterländer Trachtenschürze aus welchen Gründen auch immer die gelbe Stickerei kurz über dem unteren Schürzenrand fehlt. Der Kopfputz sieht mir eher nach einem sehr schlichten Sachs aus.

Frühmorgendlicher Gruß aus Hamburg,

Gisela
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Thomas

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Beiträge: 985
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Wohnort: Eßlingen am Neckar
Beitrag . Verfasst am: 20.06.2007, 14:01    
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Hallo Gisela,
so wäre es also verständlicher?

Die Knöpfe
Die älteste Kleidertracht war bei Frauen die Köpfe als Kopf-
putz
und im Winter der lange Fuchspelz; die Köpfe trugen
die Weiber an Festtagen, als Gefatterin Patin und bei
Hochzeiten als Brautweiber, eine gefallene Person, die
bei ihrer Ehe keinen Kranz tragen durfte, musste auch eine solche Knöpfe aufsetzen.

Der Weiber-Fuchspelz.
Diesen lange Fuchspelz trugen meistens wohlhabende Weiber. Dieser Pelz war mit grauem Tuch überzogen und mit braunem Fuchsfell eingefasst. Sie trugen damals rote Strümpfe und Steckschuhe mit großen Schnalle von Messingblech. Diese Kleidertracht wurde von alten Frauen bis um das Jahr 1820 getragen, bei jüngeren war der Bund, die Rockschüre schon abgeschafft. Die Röcke waren von hiesigen Webern aus Schafwolle und Leinengarn gearbeitet und waren rot, grün u. braun. Die Schürzen waren sehr bunt gestraußt. Die alten Weiber hatte die Röcke nach unten mit sehr breiten Seidenschüren besetzt.


Der Kürschner Pelz.
Die Weiber haben den Kürschnerpelz getragen, wie die obenstehende Frau zeigt.
Um das Jahr 1820 trugen die Weiber keinen Kürschnerpelz. Diese Pelze wurden bei den hiesigen Kürschnern
verfertigt auch unten an Röcken die Schnüre waren schon abgekommen.



Kleidertracht in Blumenau und Dittersbach

Gruß
Thomas
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Giselap

Foren-Profi

Beiträge: 452
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Wohnort: Hamburg
Beitrag . Verfasst am: 20.06.2007, 14:56    
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Hallo Thomas,

also ehrlich gesagt ist es SO auch nicht besser Verwirrt .

Dein Problem liegt wahrscheinlich darin, daß Du einerseits die Textfolge des Originaltextes nicht verändern möchtest, die Schreiberin des Aufsatzes aber andererseits ihre Gedanken nicht gut sortiert hat, bevor sie sie zu Papier brachte. Ihr war ja wohl eindeutig klar wie die Trachten zu unterschiedlichen Zeiträumen ausgesehen haben. Leider nur hat sie einen großen Teil ihres Wissens stillschweigend auch beim Leser vorausgesetzt, was ja nun bei den meisten von uns nicht der Fall ist.

Im Grunde genommen gehört das Meiste des Textes (auch das über die Knöpfe=Knipfe Geschriebene) zu der einzelnen Frau mit dem langen grünen Tuchmantel, der den Fuchspelz innen und eine Pelzverbrämung außen hatte.

Nun zu dem Trachtenpaar (auch wenn's zwei Damen sind). Beide tragen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Knöpfe/Knipfe. Die Kopftücher der Beiden sind ziemlich eindeutig wie der spätere Sachs gebunden!

Der Part über die geblümten, weiß- oder beigegrundigen Schürzen (bunt gestraußt!) gehört zur Oberländertracht der linken Dame. Allerdings kamen diese Schürzen erst groß in Mode, nachdem ein solcher gemusterter Stoff einigermaßen preiswert in den örtlichen Tuchfabriken hergestellt werden konnte. Vorher waren die Schürzen - wie die Knipfe ja oftmals auch - schlicht weiß, evtl. auch beige und wiesen meine ich Lochstickerei im unteren Drittel auf.

Ob jetzt die rechte Dame in Unterländer Tracht einen Kürschnerpelz (würde meinen, daß das eine Rauhlederjacke/-mantel ist - also kein Teil aus Tuch!! -, die das Fell ausschließlich innen, sozusagen als wärmendes Futter, hatte und nicht wie auch immer außen noch mit Pelz verbrämt war) trägt, kann ich leider der Zeichnung nicht entnehmen. Nach der Optik könnte sie auch eine Jacke aus braunem Tuch tragen.

Sind jetzt alle Klarheiten endgültig beseitigt??? Naja, mach einfach das Beste draus Ausrufezeichen

Good Luck,

Gisela
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Thomas

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Beitrag . Verfasst am: 20.06.2007, 17:09    
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Giselap hat Folgendes geschrieben:
... Dein Problem liegt wahrscheinlich darin, daß Du einerseits die Textfolge des Originaltextes nicht verändern möchtest, die Schreiberin des Aufsatzes aber andererseits ihre Gedanken nicht gut sortiert hat, bevor sie sie zu Papier brachte. Ihr war ja wohl eindeutig klar wie die Trachten zu unterschiedlichen Zeiträumen ausgesehen haben. Leider nur hat sie einen großen Teil ihres Wissens stillschweigend auch beim Leser vorausgesetzt, was ja nun bei den meisten von uns nicht der Fall ist. ..
Hallo Gisela,
na ja, ich hatte es ja schon verändert. Dann lass’ ich es halt, wie es im Original steht.
Übrigens war es ein Schreiber, vieleicht daher das Problem mit den Frauenkleidern,
die Kleider der Frauen kommen im Gensatz zu den Männern auch ganz kurz zur Sprache.
Das wäre heute bestimmt anders Großes Lächeln

Giselap hat Folgendes geschrieben:
... Nun zu dem Trachtenpaar (auch wenn's zwei Damen sind). Beide tragen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Knöpfe/Knipfe. Die Kopftücher der Beiden sind ziemlich eindeutig wie der spätere Sachs gebunden! ...
auf der Seite: Unsere Tracht
steht:
Um den Kopf binden sie ein feines weißleinenes Tuch, anderthalb Ellen lang, und eine halbe Elle breit.
Dasselbe wird am Nacken so geknüpft, daß die beiden Enden über die Schultern in gleicher Länge herabhängen.
Diesen Putz nennen sie die Knippe.


Darf ich als dummer Modemuffel und Trachtenlaie noch einmal fragen,
Der Kopfputz sieht doch in diesem Bild genauso wie in der obigen Beschreibung aus,
nur dass die Tücher eine Farbe haben?
Warum soll dieser Kopfputz ein Sachs und keine Knippe sein?

Gruß
Thomas

PS: Übrigens, ich würde sagen, die Bilder stellen keine Trachten im heutigen Sinne dar, sondern, was für welche Kleider die Leute von 1800 bis 1850 getragen haben, daher die Bezeichnung Kleidertracht
oder heute würde man sagen Kleidermode.
Auch sind alle Beschreibungen von Blumenau und Dittersbach,
und ich würde sie nicht als Ober- oder Unterländer Trachten
bezeichnen, sondern was die Leute in Blumenau und Dittersbach getragen haben (beides Oberland),
wobei Ähnlichkeiten zu den späteren Trachten durchaus gegeben sein können und Einordnungshilfen geben.
Mir kommt eh so vor, dass beides aus einer Quelle stammt, weil beide Beschreibungen fast gleich aufgebaut sind.

Ist es nicht so, dass die Trachten nach der Jahrhundertwende (20.Jhdt) sozusagen wiederentdeckt wurden,
nachdem die Kleidermode aus dem Alltag verschwunden war, und man sich an eine gute alte Zeit erinnerte.
Z.B auch nach dem ersten Weltkrieg, nachdem man sich in einem völlig neuen Staatsgebilde zurechtfinden musste und man sich der Tradition erinnerte?
Und so eine Tracht konnten sich nur die Betuchteren – im wahrsten Sinne des Wortes – anschaffen.
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Giselap

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Wohnort: Hamburg
Beitrag . Verfasst am: 22.06.2007, 04:20    
  Antworten mit Zitat      
Hallo Thomas,

Du schreibst:

Zitat:
Darf ich als dummer Modemuffel und Trachtenlaie noch einmal fragen,
Der Kopfputz sieht doch in diesem Bild genauso wie in der obigen Beschreibung aus,
nur dass die Tücher eine Farbe haben?
Warum soll dieser Kopfputz ein Sachs und keine Knippe sein?


Naja, dieser Kopfputz ist deshalb ein Sachs, weil er wie ein Sachs gebunden ist. Besonders bei der rechten Dame ist am Kopfteil so eine Art Wulst zu erkennen, was eben gerade den Sachs auszeichnet. Die Knipfe hingegen sollte direkt am Kopf ganz flach gebunden sein, fast wie bei einer Nonnentracht. Eben eher so wie bei dem einzelnen Bild.

Zitat:
Übrigens, ich würde sagen, die Bilder stellen keine Trachten im heutigen Sinne dar, sondern, was für welche Kleider die Leute von 1800 bis 1850 getragen haben, daher die Bezeichnung Kleidertracht
oder heute würde man sagen Kleidermode.


Jo, und genau das bezeichnen wir heute (und wohl schon seit Beginn des 20. Jahrh.) als Tracht (bäuerlich) oder Gewand/Mode (städtisch), auch wenn das früher alles Kleidertracht genannt wurde Großes Lächeln .

Es zwar richtig, daß die bäuerliche Kleidertracht so um 1880 allmählich zu Gunsten der städtischen Mode aufgegeben wurde, und zwar umso schneller je näher ein Dorf zu einer größeren Stadt lag. Wer outet sich schon gern als Landpomeranze Zuzwinkern ? Und außerdem waren ja selbst die Arbeitstrachten nicht so wirklich für Fabrikarbeit tauglich und ließen sich darüberhinaus schlecht waschen und trocknen, ganz im Gegensatz zu Kleidern aus "modernen" Baumwollstoffen.

Über die Gründe der Rückbesinnung auf die bäuerlichen Trachten kann man viel spekulieren; da haben sicherlich die unterschiedlichsten Faktoren eine Rolle gespielt, nicht zuletzt wohl eine ziemliche Verklärung des guten, einfachen bäuerlichen Lebens, die meilenweit von der Lebenswirklichkeit auf einem Hof im 19. Jahrh., geschweige denn früher entfernt war. Wie weit Verklärung und Wirklichkeit tatsächlich auseinanderlagen und -liegen erfahren mein Mann und ich gerade, seit wir an dem Projekt der "Gelebten Geschichte" in unserem hiesigen Freilichtmuseum mitarbeiten, bei dem wir zeitweise einen Hof wie um 1804 herum bewirtschaften. Glaub' mir, das bäuerliche Brot war ein hartes!!

Gruß aus Hamburg,

Gisela
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