Aw.: Familie Deutsch in Lußdorf
Verfasst: 06.07.2024, 18:22
Hallo Catharina,
ich sehe das ganze etwas anders: die "Zuwanderung", wie Du es nennst, fand im 13. Jahrhundert statt und die Deutschen kamen in das Gebiet, wo einst ein dichter Grenzwald sich befand. Bei deutschen Ortsgründungen wurde also den "Tschechen" nichts weggenommen, vielmehr wurde neuer Wohnraum durch Rodung geschaffen.
Natürlich waren es "getrennte" Volksgruppen, es bestand immer die gegenseitige Abgrenzung. Es war von beiden Seiten her nicht gerne gesehen, wenn man unter einander heiratete. Dass sich die beiden Gruppen gegenseitig abgrenzten ist ja auch daran zu erkennen, dass die Grenzen des Schönhengstgaus über Jahrunderte sich kaum verschoben hatten. Beispiel ist die böhmische Außenhrenze bei Bielau, Bohnau und Brüsau (mährisch), wo man auch dem Ansturm der Industiealisierung standhielt.
Es waren auch nicht nur die Sprache, die trennte oder verband: die Anlage der Orte war zum tschechischen Runddorf unterschiedlich und auch die Form des Bauernhofs - der schönhengster Vierkanthof - ist eine deutsche Eigenheit.
Dennoch nahm die Abgrenzung mit der Zeit ab, da Deutschböhmen auch ins Tschechische zum Bauern gingen und dort die Sprache lernten oder auch in der Schule. Aber die Konflikte bestanden schon immer und nahmen mit dem zunehmenden Nationalismus wieder zu. Wer weiß, was geschehen wäre, hätte es Benesch nie gegeben und ein ebenso liberaler Präsident, wie es Masaryk war, wäre diesem nachgefolgt... vielleicht wäre das Verhältnis zwischen den beiden Volksgruppen besser denn je geworden.
Grüße
Jakob
ich sehe das ganze etwas anders: die "Zuwanderung", wie Du es nennst, fand im 13. Jahrhundert statt und die Deutschen kamen in das Gebiet, wo einst ein dichter Grenzwald sich befand. Bei deutschen Ortsgründungen wurde also den "Tschechen" nichts weggenommen, vielmehr wurde neuer Wohnraum durch Rodung geschaffen.
Natürlich waren es "getrennte" Volksgruppen, es bestand immer die gegenseitige Abgrenzung. Es war von beiden Seiten her nicht gerne gesehen, wenn man unter einander heiratete. Dass sich die beiden Gruppen gegenseitig abgrenzten ist ja auch daran zu erkennen, dass die Grenzen des Schönhengstgaus über Jahrunderte sich kaum verschoben hatten. Beispiel ist die böhmische Außenhrenze bei Bielau, Bohnau und Brüsau (mährisch), wo man auch dem Ansturm der Industiealisierung standhielt.
Es waren auch nicht nur die Sprache, die trennte oder verband: die Anlage der Orte war zum tschechischen Runddorf unterschiedlich und auch die Form des Bauernhofs - der schönhengster Vierkanthof - ist eine deutsche Eigenheit.
Dennoch nahm die Abgrenzung mit der Zeit ab, da Deutschböhmen auch ins Tschechische zum Bauern gingen und dort die Sprache lernten oder auch in der Schule. Aber die Konflikte bestanden schon immer und nahmen mit dem zunehmenden Nationalismus wieder zu. Wer weiß, was geschehen wäre, hätte es Benesch nie gegeben und ein ebenso liberaler Präsident, wie es Masaryk war, wäre diesem nachgefolgt... vielleicht wäre das Verhältnis zwischen den beiden Volksgruppen besser denn je geworden.
Grüße
Jakob