Hallo Mitforisten,
im Geburtseintrag meiner Vorfahrin Anna Grolig *1898 wurde als Bezeichnung des Standes bei manchen Beteiligten Hausbesitzer, bei anderen Grundbesitzer angegeben. Was muß ich mir darunter vorstellen? Waren Grundbesitzer Bauern und Hausbesitzer "nur" Hilfsarbeiter in dieser Gegend?
Wäre nett, wenn mir das jemand genauer erklären könnte.
Grüße,
Tokoloshe
Standesbezeichungen im Geburtseintrag Anna Grolig *1898
Moderator: Burkhard Goetzl
Aw.: Standesbezeichungen im Geburtseintrag Anna Grolig *1898
In den neueren Matriken tauchen die Bezeichungen "Grundbesitzer, etc." auf.
Nach welchen Gesichtspunkten diese Standesbezeichnungen gewählt wurden, weiß ich auch nicht, jedoch vermute ich, dass nach 1848, als die Menschen dann tatsächlich Besitzer wurden, eine Differenzierung begann.
Als Grundbesitzer wurde wohl jemand bezeichnet, der ein Grundstück (einen Acker, Wiese, ...) besaß, jedoch kein Hausbesitzer war. In den kleinen Ortschaften war ein Hausbesitzer ("Häusler") einer, der ein Haus und einen "Häuslergrund" besaß, während ein Inmann, Inwohner, Taglöhner quasi besitzlos war.
mit freundlichen Grüßen
Christian Fuchs
Nach welchen Gesichtspunkten diese Standesbezeichnungen gewählt wurden, weiß ich auch nicht, jedoch vermute ich, dass nach 1848, als die Menschen dann tatsächlich Besitzer wurden, eine Differenzierung begann.
Als Grundbesitzer wurde wohl jemand bezeichnet, der ein Grundstück (einen Acker, Wiese, ...) besaß, jedoch kein Hausbesitzer war. In den kleinen Ortschaften war ein Hausbesitzer ("Häusler") einer, der ein Haus und einen "Häuslergrund" besaß, während ein Inmann, Inwohner, Taglöhner quasi besitzlos war.
mit freundlichen Grüßen
Christian Fuchs
- Sturma
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Aw.: Standesbezeichungen im Geburtseintrag Anna Grolig *1898
Guten Tag zusammen,
die Schönhengster waren immer Besitzer und Eigentümer ihres Landes und der Häuser. Die persönliche Freiheit und die Möglichkeit zum Verkauf und Erwerb von Grundstücken und Häusern war ihr besonderes Recht aus der Zeit der Besiedlung. Die Grundherren haben immer wieder versucht diese Rechte einzuschränken und waren dabei von Fall zu Fall mehr oder weniger erfolgreich. - Das nur am Rande -
Die Standesbezeichnungen waren bis zur Aufhebung der Grundherrschaften mit regionalen und zeitlichen Abweichungen recht klar: die Besitzenden (Bauern, Gärtler, Häusler) mit den diversen Abstufungen (und Bezeichnungen, wie z.B. Hufner, Lähner etc.). Ein Innmann war ein Mieter.
Als Grundbesitzer werden zum Ende des 19. Jahrhunderts die Bauern bezeichnet, also die Besitzer eines "Grundes, Bauerngrundes". Hausbesitzer waren eben die Besitzer eines Hauses mit wenig oder ohne Land. Über die Qualität oder den Wert des Hauses sagt das nichts aus. Besitzer von Stadthäusern wurden auch manchmal so bezeichnet, wenn auch die Bezeichnung Bürger dafür gebräuchlicher war.
Hausbesitzer waren nicht zwangsläufig Tagelöhner oder Hilfsarbeiter. Oft waren das z.B. auch Handwerker, die nicht auf der untersten Stufe der dörflichen Hierarchie standen. Man muss hier ganz deutlich zwei Dinge unterscheiden, die Besitzklasse und den Beruf.
Um die Verhältnisse gänzlich aufzuklären müsste man sich den Besitz in den Grundbüchern genau anschauen und sehen, wie sich das Besitztum entwickelt hat.
die Schönhengster waren immer Besitzer und Eigentümer ihres Landes und der Häuser. Die persönliche Freiheit und die Möglichkeit zum Verkauf und Erwerb von Grundstücken und Häusern war ihr besonderes Recht aus der Zeit der Besiedlung. Die Grundherren haben immer wieder versucht diese Rechte einzuschränken und waren dabei von Fall zu Fall mehr oder weniger erfolgreich. - Das nur am Rande -
Die Standesbezeichnungen waren bis zur Aufhebung der Grundherrschaften mit regionalen und zeitlichen Abweichungen recht klar: die Besitzenden (Bauern, Gärtler, Häusler) mit den diversen Abstufungen (und Bezeichnungen, wie z.B. Hufner, Lähner etc.). Ein Innmann war ein Mieter.
Als Grundbesitzer werden zum Ende des 19. Jahrhunderts die Bauern bezeichnet, also die Besitzer eines "Grundes, Bauerngrundes". Hausbesitzer waren eben die Besitzer eines Hauses mit wenig oder ohne Land. Über die Qualität oder den Wert des Hauses sagt das nichts aus. Besitzer von Stadthäusern wurden auch manchmal so bezeichnet, wenn auch die Bezeichnung Bürger dafür gebräuchlicher war.
Hausbesitzer waren nicht zwangsläufig Tagelöhner oder Hilfsarbeiter. Oft waren das z.B. auch Handwerker, die nicht auf der untersten Stufe der dörflichen Hierarchie standen. Man muss hier ganz deutlich zwei Dinge unterscheiden, die Besitzklasse und den Beruf.
Um die Verhältnisse gänzlich aufzuklären müsste man sich den Besitz in den Grundbüchern genau anschauen und sehen, wie sich das Besitztum entwickelt hat.
Herzliche Grüße
Jürgen (Sturma)
Moderator für Hohenstadt, Müglitz und Umgebung
Ortsberichterstatter für Ohrnes und Rippau
www.sturma-online.de
Jürgen (Sturma)
Moderator für Hohenstadt, Müglitz und Umgebung
Ortsberichterstatter für Ohrnes und Rippau
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Aw.: Standesbezeichungen im Geburtseintrag Anna Grolig *1898
Ok, Vielen Dank für die Informationen