Grabsuche im Bereich Strokele / Leitomischl Stussak Franz

Hilfestellungen für die praktische Familienforschung und Informationen zur Genealogie im Schönhengst, spezielle Orts- und Namenssuchen bitte im jeweiligen Kreis eintragen.

Moderator: Thomas

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Banzai1973
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Grabsuche im Bereich Strokele / Leitomischl Stussak Franz

Beitrag von Banzai1973 »

Hallo liebes Forum,

ich bin Neuling und hoffe auf Eure Hilfe.

Der Vater meines Onkels, Wenzel Stussak, stammt aus der Ortschaft Strokele bei Jahnsdorf. Dort ist er geboren und verbrachte seine Jugend, sein Vater war in Strokele der Dorfschmied. Außerdem hatte er zwei Brüder, nämlich Karl und Franz Stussak.

Bei einer Familienfeier hörte ich das erste Mal die Geschichte von Wenzel Stussak, vom Leben im Schönhengstgau und der Vertreibung nach dem Krieg und die Geschichte ließ mich nicht mehr los. Denn seit 1945 hatte er nicht gewusst, was aus seinen beiden Brüdern geworden ist.

Ich recherchierte und konnte das Schicksal von beiden klären. Karl Stussak ist im Krieg gefallen und liegt in einem Soldatenfriedhof bei Kiew.

Bei Recherchen stieß ich außerdem auf das Gemeindebuch der Gemeinden Strokele und Jansdorf von Karl Kaupa, in welchem erwähnt ist, dass Franz Stussak aus Strokele von den Tschechen erschlagen wurde.

Zumindest ist dies ein Hinweis auf seinen Tod. Bekannt war dem alten Herrn bisher nur, dass sein Bruder Franz in Uniform nach Strokele zurück gekehrt war und sich dort seine Spur verliert. Da im Juni 1945 das Dorf umstellt worden war und die Einwohner nach Leitomischl verschleppt wurden, gehe ich davon aus, dass Franz Stussak entweder in Strokele oder auf dem Weg nach Leitomischl erschlagen worden sein könnte.

Ich suche verzweifelt eine Möglichkeit ein Grab zu finden. Hat jemand eine Idee ? Gibt es in dem Bereich möglicherweise Archive in welchen so etwas zu finden sein könnte ? Gibt es schriftliche Erinnerungen von Zeitzeugen aus diesen Tagen, die möglicherweise von der Ermordung sprechen ?

Tipps wären super.
Danke
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Jansdorfer
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Beitrag von Jansdorfer »

Hier Licht hineinzubringen dürfte sehr schwer fallen. Die deutschen Einwohner von Strokele fielen im Juni 1945 unter die sogen. "wilde Vertreibung", da ging es drunter und drüber, und eine Dokumentation wahr wohl das letzte, was man damals angefertigt hätte. Falls der Franz noch begraben wurde, dann könnte es auch auf dem ehemaligen Friedhof von Strokele gewesen sein, der aber nach meiner Kenntnis nur während der Protektoratszeit betrieben wurde. Er ist später (zu einem mir nicht bekannten Zeitpunkt) eingeebnet worden. Die Lage kannst Du in Google Maps betrachten (Strakov als Suche eingeben und Fotofunktion anschalten), ist an der Straße von Strakov nach Litomyšl. Ein Foto der Gedenkstätte habe ich vor einiger Zeit bei Panoramio.com eingestellt, hier: http://www.panoramio.com/photo/59759746
Unter meinem Username sind dort auch weitere heutige Strakov-Fotos zu finden.
Viel Erfolg bei der weiteren Forschung wünscht
Klaus
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Banzai1973
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Beitrag von Banzai1973 »

Jansdorfer hat geschrieben:Hier Licht hineinzubringen dürfte sehr schwer fallen. Die deutschen Einwohner von Strokele fielen im Juni 1945 unter die sogen. "wilde Vertreibung", da ging es drunter und drüber, und eine Dokumentation wahr wohl das letzte, was man damals angefertigt hätte. Falls der Franz noch begraben wurde, dann könnte es auch auf dem ehemaligen Friedhof von Strokele gewesen sein, der aber nach meiner Kenntnis nur während der Protektoratszeit betrieben wurde. Er ist später (zu einem mir nicht bekannten Zeitpunkt) eingeebnet worden. Die Lage kannst Du in Google Maps betrachten (Strakov als Suche eingeben und Fotofunktion anschalten), ist an der Straße von Strakov nach Litomyšl. Ein Foto der Gedenkstätte habe ich vor einiger Zeit bei Panoramio.com eingestellt, hier: http://www.panoramio.com/photo/59759746
Unter meinem Username sind dort auch weitere heutige Strakov-Fotos zu finden.
Viel Erfolg bei der weiteren Forschung wünscht
Klaus


Dass es nicht einfach wird, das war mir bewusst. Aber Dein Hinweis hilft mir trotzdem erstmal weiter. Danke.
Ich habe halt immer noch die Hoffnung, dass entweder die Erkennungsmarke irgendwo auftaucht oder aber eine "Erinnerungsgeschichte" aus der Versenkung stößt.....
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Jansdorfer
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Beitrag von Jansdorfer »

Hallo Banzai,
manchmal dauert es etwas länger, ehe man zu Informationen kommt, aber irgendwann schlägt auch der Zufall zu. Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe eine Liste der von 1938 bis 1946 auf dem Strokeler Friedhof Bestatteten erhalten. Es handelt sich um 28 namentlich Genannte und 4 ungetaufte Kinder. Der Name Stussak befindet sich nicht darunter. 1945 wurden nur noch 3 Verstorbene bestattet, 1946 2 (wahrscheinlich Tschechen). Danach gibt es keine Einträge mehr, da die Vor-Protektoratsregelung wieder aufgenommen wurde (Beerdigung in Litomyšl).
Der Friedhof war zunächst von einem Holzzaun umgeben, nach dessen Zerfall etwa um 1965-67 Pappeln gepflanzt wurden. Diese wurden später wieder gefällt und durch Gebüsch ersetzt. Einige Angehörige haben ihre Verstorbenen exhumieren lassen, andere sind dort verblieben. Man kann davon ausgehen, dass der Untergang des Friedhofs ein allmählicher Prozess war und nicht wie z.B. in Jansdorf ein organisierter. Die Grabstruktur ist seit langem nicht mehr erkennbar. Den Gedenkstein hat die Gemeinde im Jahr 2000 errichten lassen, das große Kreuz war eine Privataktion etwa um 2003-2006.
Mehr gibt es momentan dazu nicht zu sagen.
Schönen Abend noch
Klaus
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